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Roy (von der Tanzdiele) (Hund)

Roy ist mit seiner „adeligen“ Abstammung aktuell einer von mehreren Rassehunden bei uns im Tierheim. Leider fällt es trotz der Reinrassigkeit und des jungen Alters schwer, ein passendes Plätzchen für den noch unreifen Kerl zu finden.
Seine ersten Besitzer:innen waren sich zum Glück zwar der künftigen Größe des Familienzuwachses bewusst und haben von klein auf großen Wert auf eine gewisse Grunderziehung sowie regelmäßige Besuche der Hundeschule gelegt. Dennoch bleibt die Erziehung ein anhaltendes Thema und kein Grundstein – egal wie fest verbaut – bleibt von der Pubertät verschont. Feste Muster lernt Roy schnell, was bei ihm bereits im Guten wie im Schlechten deutlich wurde. Von einem entspannten Alltag kann man bei Weitem noch nicht sprechen, doch gewisse Grundformen und -kommandos hat er gut verinnerlicht, wodurch man die ein oder andere Verschnaufpause im Training in Form eines „Sitz“ oder „Platz“ einbauen kann. Mit dem Ziel vor Augen, eine längere Konzentrationsfähigkeit, sowie die nötige Frustrationstoleranz aufzubauen, heißt es dennoch weiterarbeiten und sich von der „pubertären Taubheit“ nicht entmutigen lassen.

Mit seinem feinen Gespür erkennt Roy aber auch jede noch so kleine Lücke im System und nutzt diese voll und ganz. Was zu Beginn noch charmant und freudig wirkt, steigert sich mit der Zeit auch schnell zu wahrem Gefahrenpotential. Bei seinen letzten Interessenten hat sich dieses Verhalten sehr ausgeprägt gezeigt und es kam nach einigen Wochen zu den ersten schweren Bissen an Händen und Armen. Langsam, aber sicher hat Roy in immer mehr Bereichen des Alltages die Entscheidungen übernommen und seine Zweibeiner entsprechend maßregelt, wenn diese nicht pariert haben. Besonders Frust war ein wiederholter Auslöser und zeigt, wie wichtig es ist, im Training weiter dranzubleiben und die Frustrationstoleranz auszubauen. Ein Maulkorb ist hier ein gutes Hilfsmittel, um weiterhin entspannt und sicher im Umgang zu sein. Prinzipiell hat Roy trotz all der Ecken und Kanten große Freude an der gemeinsamen Zeit und lässt sich auch zum Training gut motivieren. Je mehr Tempo, desto lieber ist es ihm, weshalb es wichtig ist, auf eine möglichst ruhige Atmosphäre zu achten und sich auch für Entschleunigung ausreichend Zeit zu nehmen. Für hippelige und fordernde Hunde ist es besonders wichtig, selbst als Ruhepol zu fungieren und sich von der Stimmung des Hundes nicht zu sehr mitreißen zu lassen. Um auch in der Zukunft einen entspannten Alltag genießen zu können, muss man früh beginnen, feste Strukturen zu etablieren, die dem jungen Hund auch in Zukunft als Leitlinie dienen können.

Die Zusammenarbeit mit einer kompetenten Hundeschule ist natürlich für Roy und auch künftige Halter:innen empfehlenswert. So lassen sich von Anfang an mögliche Fehler vermeiden und neben der Grunderziehung auch weitere Themen wie Sozialkontaktstunden oder Beschäftigungsmethoden in Angriff nehmen. Doch neben den charakterlichen Themen treten bei Roy auch rassetypische Probleme auf. Sicherlich werden verschiedene Zuchtlinien auch unterschiedlich starke Ausprägungen mit sich bringen, doch Roy ist leider bereits jetzt sehr großgewachsen und bringt eine stark abfallende Rückenlinie mit sich. Im Laufe der Generationen nahm die abschüssige Rückenlinie und damit einhergehende, starke Winkelung der Hintergliedmaßen stark zu. Früher erhoffte man sich, dadurch die Sprungkraft der Schäferhunde zu erhöhen, mit dem Ergebnis, stattdessen zunehmend krankere Tiere mit problematischem Gangbild zu erhalten. Auch, wenn bereits klar ist, dass der abfallende Rücken nur Probleme mit sich bringt, ging der Trend weiter bergab und eine einst gesunde Rasse wurde zunehmend verloren. Leider ist der Rücken keine rein kosmetische Thematik – das Gangbild wird stark beeinträchtigt, die Gewichtsverlagerung verschoben und das Risiko für Arthrosen, Bandscheibenproblematiken, sowie Ellenbogen- als auch Hüftdysplasien steigt an.

Alles in allem ein ganz schöner Brocken und viele Eckpunkte, die vor einer Adoption zu bedenken sind, doch zum Glück ist Roy noch jung und sowohl geistig als auch körperlich formbar. Mit Besuchen bei der Hundeschule und Hundephysiotherapie können noch viele Dinge ins Positive gelenkt werden, um Roy eine schöne, lange und ausgeglichene Zukunft zu ermöglichen.

 

Tierart
Hund
Geboren
03.04.2025
Rasse
Deutscher Schäferhund
Geschlecht
Männlich
Größe
68cm
Gewicht
42 kg
Charakter
aufgeschlossen, menschenbezogen, ungestüm, arbeitsfreudig, aufgeweckt, bewegungsfreudig, dickköpfig
Kriterien
mag Artgenossen bedingt

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