Die süße Sarti ist eine waschechte Italienerin und besitzt dasselbe Temperament, wie man sie von einer solchen Landsdame erwartet. Sarti hat Feuer und Charakter – nach außen präsentiert sie ihre harte Schale, doch im Inneren kann sie sich auch zart und verletzlich zeigen.
Als Maremmano gehört sie zu den Herdenschutzhunden und machte in ihrem letzten Zuhause genau das, wofür die Rasse gezüchtet wurde – Haus und Hof bewachen und im Zweifelsfall vor Fremden verteidigen. So hatten es sich auch ihre früheren Zweibeiner gewünscht. Doch dass dieses Verhalten auch Spuren hinterlässt, wurde ignoriert. Leider kam es mehrfach zu Beißvorfällen, nachdem das Hoftor offen stand oder auch die Hunde beim Spaziergang unangeleint auf andere Passanten losgingen. Nun lässt sich Geschehenes nicht mehr rückgängig machen, doch ist es nun an der Aufgabe des neuen Halters, solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden. Im Tierheim arbeiten wir mit Maulkörben, um uns und Andere schützen zu können. Diese ermöglichen uns nun auch ein geeignetes Training, um Sarti einen stressfreien und entspannten Alltag zu ermöglichen. Sarti hat in der Vergangenheit gerne den Ton angegeben und muss erst lernen, einen Schritt zurück zu treten, um anderen die Entscheidungsgewalt zu überlassen.
Sarti bringt ordentlich Power und ein selbstsicheres Auftreten mit – zumindest nach außen hin – was andere Vierbeiner schnell anstecken kann. Bisher zeigte sie sich im Zusammenleben mit anderen Rüden immer sehr entspannt bis zu desinteressiert, doch schafft sie es schnell, auch den ruhigsten Vierbeiner zu Pöbeleien am Zaun zu motivieren. Die Vermittlung in ein Zuhause mit vorhandenem Ersthund ist daher denkbar, sollte jedoch gut durchdacht sein.
Auch beim Spaziergang merkt man ihren Dickkopf – wenn auch ein wenig subtiler. Hier und da wird gebockt, werden andere Passanten beäugt, und man merkt dann, dass sie lieber bellen und in die Leine preschen würde – wenn die zweibeinige Begleitung ein wenig unachtsamer wäre. Ganz rassetypisch macht sie lieber ihr eigenes Ding und braucht daher regelmäßig eine kurze Erinnerung, dass so ein Spaziergang ein gemeinsamer Ausflug und kein hündischer Alleingang ist. Die alten Abläufe müssen Schritt für Schritt von der Festplatte gelöscht werden und Sarti erst noch verstehen, wie wichtig ihre Menschen sind, selbst, wenn die spannende weite Welte lockt.
Auf dem Tierheimgelände kann sie sich bereits gut fallen lassen und flitzt umher, wie es sonst nur ein Junghund könnte. Bei ihrer Ankunft bremste sie das sichtbare Übergewicht ein wenig, weshalb wir uns zu Beginn eher auf Kuscheln und Schmusen konzentrieren mussten. Doch inzwischen sind alle Hüllen gefallen und Sartis wachsende Ausdauer ermöglichst auch längere Flitzereien und „Zoomies“ in den eingezäunten Gehegen. Natürlich erinnert sie sich auch hier immer wieder an ihre Aufgabe als Wachhund und behält die andere Seite des Zaunes mit einem Auge im Blick – doch werden auch ihre sorglosen Momente länger, je besser sie verstehen lernt, dass sie sich auf unsere Einschätzung verlassen kann. Stichwort Stimmungsübertrag: Sind wir entspannt – ist sie es auch. Ein Prinzip, dass man bei der empfindsamen Dame gut anwenden kann.
Wir sind gespannt, wohin Sartis Reise geht. In der Vergangenheit hatte sie leider mit Einsatz ihrer 42 weißen Argumente ihre schlechteste Seite präsentiert – in der Gegenwart sehen wir ihr Potential, ihr Feingefühl und die Fähigkeit, sich auf ihre Menschen einzulassen. Wir sehen eine witzige Hündin, die trotz der wenigen Lebenserfahrung offen und selbstbewusst durch die Welt geht und bereit ist, sowohl eine neue Umgebung als auch die Herzen ihrer Menschen im Sturm zu erobern. Wer es schafft, wie sie aus der Vergangenheit zu lernen und optimistisch in die Zukunft zu gehen, kann bei Sarti fündig werden. Nun heißt es Vernunft walten zu lassen, sich dem Verhalten und der Verantwortung eines Hundes bewusst zu sein und dennoch optimistisch in die Zukunft zu starten – leichtfüßig statt leichtfertig.
Setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung! Gerne auch telefonisch unter 06021/89260.