Die hübsche Kiki ist als Tschechoslowakische Wolfhündin eine absolute Rarität und hat damit eine große Fanbase – leider wird die Rasse oft aus den falschen Gründen wertgeschätzt und eher auf ihre Optik reduziert, statt die bedeutsamen Charakterzüge zu bedenken. So trennt sich in der „Wolfhundewelt“ schnell Spreu von Weizen und Kiki kam bedauerlicherweise aus der schlechteren Hälfte. Mit einer Liste an Beißvorfällen mit weiteren Hunden im Gepäck ging es für Kiki nach der Beschlagnahmung durch ein Veterinäramt hin ins Tierheim, um von hier aus endlich die schöne Seite der Hundehaltung kennenlernen zu dürfen.
Suchen Wolfhunde ein neues Zuhause, liest man nicht selten ähnliche Problematiken: kann nicht alleine bleiben, ist unverträglich mit (gleichgeschlechtlichen) Artgenossen und auch sonst ist nichts Niet und Nagelfest, was sein kann …
Dass Wolfhunde schlecht alleine bleiben können und kein Spielzeug oder Körbchen der Welt ihrer Langeweile standhalten kann, ist den meisten bereits bekannt. Auch Kiki ist am liebsten immer und überall mit dabei – wer denkt, ein Gartenzaun oder eine Haustür reicht, um einem Wolfhund Stand zu halten, der wird schnell die Kreativität dieser Rasse kennenlernen. In der Vergangenheit waren selbst 2m hohe Zäune noch zu niedrig und auch im voranschreitenden Alter weiß Kiki genau, wozu sie fähig ist. Wer bereits Erfahrung mit Wolfhunden sammeln durfte, weiß, dass man in Bezug auf graue Haare nicht eitel sein darf – besonders, wenn es um kaputte Möbel oder wiederholte Ausbruchsversuche geht.
Warum Madame jedoch tunlichst nicht alleine draußen umherstreunen sollte, hat sie in ihrer Vergangenheit bereits gezeigt. Bei einem ihrer Streifzüge hat sie die Freiheiten genutzt, um anderen Hunden ihre Meinung zu sagen. Kiki fackelt nicht lang und packt bei Hundebegegnungen schnell die Zähne aus, welche sowohl der Vierbeiner, als auch sein Herrchen beim Versuch, die Hunde zu trennen, zu spüren bekommen haben. Aktuell üben wir mit ihr, auch in aufregenden Hundebegegnungen ruhig zu bleiben und den Fehdehandschuh bei sich zu behalten.
So viel zum Thema „Im Alter werden sie ruhiger“ … Natürlich hat Kiki auch ruhige Phasen, doch ihre Gesamtpersönlichkeit bleibt stabil und lässt sich auch mit ein paar Jährchen mehr aufm Buckel nicht kleinreden. Sie weiß genau, wer sie ist doch zum Glück steckt so viel Tolles in ihr, dass sie auch gerne ausleben darf. Sie liebt den Menschenkontakt und ist zwar hier und da mal dreist, doch insgesamt aufgeschlossen und freundlich im Umgang mit jedem Zweibeiner. Auch sonst findet sie mit ein wenig Anleitung gut zur Ruhe und kann ohne zu spannende Außenreize auch außerhalb der vier Wände die Seele baumeln lassen und die Zeit genießen.
In ihrem Blick merkt man jedoch bereits das voranschreitende Alter. Mit ihren zehn Jahren sind die ein oder anderen Wehwehchen leider keine Seltenheit mehr und auch bei ihr ist es wichtig, weiterhin an den Muskelaufbau zu denken. Wer erstmal rastet, der rostet – so ist auch Kikis Motto. Also: Runter von der Couch und raus ins Grüne. Trotzdem lässt sich nicht alles mit Sport so gut kompensieren. Regelmäßige Check-ups beim Tierarzt inklusive Blutuntersuchungen sollten bei einem Hund wie Kiki auf dem Plan stehen, um auch altersbedingte organische Veränderungen frühzeitig mitzubekommen.