Hinter dem Bild des hübschen Schäferhundmischlings steckt unser rüstiger Rentner „Keno“. Der kastrierte Rüde wurde im Frühjahr 2016 geboren und zählt damit bereits zu den grauen Schnauzen, doch für ihn ist das Alter eben doch nur eine Zahl. Auch wenn er sein Alter optisch nicht ganz leugnen kann und die ersten grauen Haare sichtbar werden, ist er noch immer sehr aktiv und will am Leben teilhaben.
Lange, ausgedehnte Spaziergänge stehen bei ihm ganz oben auf der Liste und er liebt die Bewegung rund um das Tierheim und den angrenzenden Park. Doch neben dem fitten Körper funktioniert auch das Köpfchen noch einwandfrei. Da man bekannterweise aufhört, wenn’s am schönsten ist, entscheidet auch Keno gerne mal selbst, wann es für ihn reicht und er lieber wieder Heim möchte. In der Vergangenheit hat diese Strategie bestens funktioniert. Entweder sind ihm seine Zweibeiner wohlerzogen gefolgt oder sie haben es mit allerlei Leckereien versucht, Keno zu bestechen. Die Bezahlung nahm er immer gerne – zum Weiterlaufen ließ er sich trotzdem nicht bewegen.
Und Keno hat einen langen Atem… Wenn sich kein Kompromiss finden lässt, heißt es nun mal diskutieren, denn was mit kleinen Bockereien am Spaziergang beginnt, kann sich besonders im häuslichen Umfeld schnell zu größeren Themen hochschaukeln. Mit einem langen Atem und einem ausbruchssicheren Sicherheitsgeschirr im Gepäck kann das Training dann starten und siehe da: Keno versteht schnell, dass er mit seinem Dickschädel nicht weiterkommt.
Man sieht wieder: Feste Regeln sind wichtig, egal ob bei großen, kleinen, jungen oder älteren Hunden, und dieses Durchsetzungsvermögen macht sich bezahlt. Eine Strategie, die sich auf viele weitere Bereiche des Zusammenlebens übertragen lässt: Wohlwollend, aber konsequent kommt man bei Keno weiter, egal ob beim Spaziergang, bei Berührungen oder bei anderen Grundkommandos.
Doch das Training und die Zeit beim Spaziergang sind natürlich nicht alles. Hat der Kerl mal seinen festen Platz in der neuen Familie gefunden, schafft er mit Anleitung etwas, was er im Tierheim vergeblich sucht: Ruhe. Keno fällt es im Tierheimtrubel schwer, einfach mal abzuschalten, doch mit ein wenig Hilfe oder einem gemütlichen Platz auf der Couch kann Keno zum wahren Schmusemonster werden. Kuscheln ist sein liebstes Hobby und er kann sich dabei endlich mal vom Stress im Tierheim erholen.
Allgemein steht Keno schnell unter Strom. Der Schäferhundteil in ihm hat stets ein gespitztes Öhrchen auf seine Umgebung und ist bereit, jederzeit seinen Menschen auf Schritt und Tritt zu folgen, um bloß nichts zu verpassen. Aktuell lernt er auf seiner Pflegestelle noch, dass er sich darauf verlassen kann, dass seine Zweibeiner höchstens kurz den Raum verlassen und er in der kurzen Zeit nichts verpasst. Alleine zu bleiben, fällt ihm aktuell noch schwer, doch hoffen wir, mit festen Strukturen und einem verlässlichen Alltag auch hier bald Fortschritte zu erzielen.