Shaggy ist ein typischer roter Cocker Spaniel und erfüllt viele Klischees, die man mit dieser Rasse verbindet. Einerseits wuselig, aufgeschlossen und aufdringlich, anderseits auch dickköpfig und ernsthaft, wenn es um Dinge geht, die ihm wichtig sind. In der Vergangenheit war besonders Futter oder potentiell Fressbares (das kann für ihn selbst abstruser Müll sein) hoch im Kurs und für Shaggy ein Grund, seine Besitzansprüche mit Stimme und Zähnen deutlich zu machen.
Doch kann man sich genau das auch zu Nutze machen, denn Shaggy ist extrem verfressen und damit leicht mit Futter zu bestätigen. Die Leinenführigkeit ließ sich damit bereits sehr schnell aufbauen und nun sind wir bereits beim nächsten Trainingsschritt angekommen: Um seiner ständigen Futtersuche entgegenzuarbeiten, möchten wir eine „Rückfrage“ aufbauen. Im Trainingsumfeld hat Shaggy schnell verstanden, dass es mehr Sinn macht, sich zu setzen und über Blickkontakt zum Menschen ans Ziel zu kommen, anstatt sich kopflos auf jegliches Futter zu stürzen, das er draußen findet. Langsam aber sicher festigt sich dieses Verhalten auch bei den restlichen Spaziergängen und wir freuen uns über die Kooperationsbereitschaft und belohnen dies gleichermaßen mit Futter – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.
Auch in Sachen Fellpflege machen wir Fortschritte, denn die langen Cockerlocken brauchen regelmäßige Spa-Tage, um nicht zu verfilzen. Das ausgiebige Baden macht der Kerl bereits sehr entspannt mit, das erste Mal entfilzen und zurechtschneiden beim Hundefriseur unseres Vertrauens war hingegen mit mehr Stress verbunden. Mit einer schicken Grundfrisur fällt es jedoch leichter, diese stetig frisch zu halten, statt seltene, lange Sitzungen anzusetzen.
Bisher hat Shaggy gute Chancen, ein cooler Alltagsbegleiter zu werden, wenn man es schafft, ihn auch jenseits des verlockenden Dackelblicks wahr und ernst zu nehmen. In der Vergangenheit wurde dieses Potential leider übersehen und damit viel Lebenszeit verloren, die es nun nachzuholen gilt.