Degus wirken anhand ihrer Optik schnell wie ein fabelhafter Hybrid aus Chinchilla und Rennmaus – und auch in ihrem Inneren findet man von beidem seine Charakterzüge, wenn man sich die Zeit nimmt, die wuseligen Zwerge zu beobachten.
Degus sind zwar äußerst soziale Tiere und benötigen für ihr Wohlbefinden mindestens einen weiteren Artgenossen… das macht sie jedoch nicht weniger wählerisch bei der Partnerwahl. Mit wem man seine Zeit verbringt, soll schließlich wohlüberlegt sein. Bei einer Vergesellschaftung können schon ein paar Tage ins Land ziehen, bis sich alle Parteien ausreichend kennengelernt haben, dann erst zeigt sich, ob die Chemie stimmt. Aktuell warten die drei Mädels bei uns auf ein neues Zuhause, was für Neueinsteiger in der Deguhaltung zumindest diesen großen Punkt vereinfacht. Die Damen können gerne gemeinsam ausziehen, die Vermittlung eines einzelnen Tieres zu einem bereits vorhandenen Degu wäre jedoch genauso denkbar.
Ist der passende Artgenosse oder Freundeskreis gefunden, muss natürlich auch die Unterkunft für die Wohngemeinschaft stimmen. Ein Käfig in den Maßen 100 × 50 × 150 cm, ausgestattet mit mind. 4 Vollebenen, ist für ein Pärchen das Minimum. Für jedes weitere Tier müsste diese Fläche um weitere 0,5qm erweitert werden. Für die bewegungsfreudigen Tiere gilt aber selbstverständlich: Je größer, desto besser!
Die kletter- und sprungfreudigen Tierchen freuen sich im neuen Zuhause über einen großen Käfig mit verschiedenen Zwischenebenen, Häuschen, Klettermöglichkeiten, Nagematerialien und allerlei Beschäftigungsmaterial zum Erkunden, Anknabbern, Verstecken und Spielen.
Auch über Auslauf freuen sich Degus und nutzen die Fläche zum Toben, Rennen und Springen. Da Degus jedoch auch Fluchttiere sind, brauchen sie genügend Unterschlupf. Hier muss besonders auf das passende Material geachtet werden, denn die Tiere haben eine Vorliebe, alles anzuknabbern, was ihnen im Weg ist – so bekommt ein Holzhäuschen mit einem Eingang schnell einen zweiten dazu. Alternativ eignen sich auch Häuschen aus Ton/Keramik oder man bietet möglichst viele Knabberalternativen an, um von der hölzernen Einrichtung abzulenken. Auf Plastik sollte bei der Einrichtung daher unbedingt verzichtet werden, da kleine Teilchen schnell verschluckt werden könnten.
Auch, wenn es sich um Fluchttiere handelt, bedeutet es nicht, dass man die Tierchen nie zu Gesicht bekommt! Mit genügend Ruhe oder bereits selbstbewussten Artgenossen an ihrer Seite können Sie sich schnell an den Tagesablauf in Ihrem Zuhause gewöhnen und zusehends entspannen. Die große Neugierde der quirligen Bewohner und ein paar Trockenkräuter als Leckerli helfen zusätzlich dabei, Degus an die Hand zu gewöhnen.