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Tofu (Hund)

Unsere „coole Socke“ Tofu kam von einem befreundeten Tierschutzverein zu uns. Für die verpasste Erziehung und Sozialisierung hatten wir ausreichend Zeit und erhofften uns so bessere Vermittlungschancen für die gebürtige Rumänin. Leider war ihre Vergangenheit ganz schön holprig, ihr Weg führte sie durch mehrere Hände und – nach einem Beißvorfall mit einer Fußgängerin im Jahr 2018 – auch in mehrere Tierheime.

Nach diesem Beißvorfall wurde Tofu als gefährlich eingestuft und hat behördliche Auflagen erhalten, die Leinen- und Maulkorbzwang, sowie das Absolvieren eines Wesenstests vorschreiben. Leider fällt Tofu auf Grund dieser Vorgeschichte bereits aus dem Sichtfeld vieler Interessent:innen. Ein älterer Hund, keine ausgefallene oder beliebte Rasse, die behördliche Auflagen hat und schließlich auch charakterlich einige Baustellen, die Führungsqualitäten verlangen. Doch Tofu hat noch viel mehr zu bieten, als nur ihre Problemzonen. Die vielseitige Hündin bringt viele charmante Charakterzüge mit. Einerseits ist sie ein klassischer Langschläfer und typischer „Gut-Wetter-Hund“. Nach dem Frühstück, oder wenn es regnet, ist Tofu erstmal wieder in ihrem gemütlichen Körbchen zu finden. Dann steht Kuscheln und Schönheitsschlaf ganz oben auf der Tagesordnung und sie setzt ihren besten Dackelblick auf, um noch ein wenig länger liegen bleiben zu dürfen, bevor es für sie das erste Mal nach draußen geht.

Hat man sie dann so weit, zeigt sie sich beim Spaziergang unglaublich lernwillig. Seit ihrer Ankunft hat sie großartige Fortschritte gemacht. Vom Leinenpöbler zum Engelchen? Nicht ganz… Ja, Tofu schafft es locker, sogar in größeren Hundegruppen entspannt zu bleiben. Hat man ihre Aufmerksamkeit für sich gewonnen, sind Begegnungen mit Fremden, Fahrrädern und Co. problemlos. Doch fällt sie immer wieder mal in alte Muster und schaut, ob sie sich nicht doch mal nach vorne zum Pöbeln schieben kann. Hat man diese Diskussionen einmal ausgestanden und alle Spielregeln erklärt, ist bereits die größte Thematik gegessen – jedoch darf man hier nicht allzu nachlässig werden. Korrekt geführt wird beim Spaziergang jede Möglichkeit genutzt, Tofu weiter auf den Alltag und den anstehenden Wesenstest vorzubereiten. Hierfür nutzen wir häufig die Mithilfe von Passanten. Oft wollen Spazierende die kleine Mischlingsdame begrüßen, streicheln oder Leckerlis verteilen. Solche Situationen werden von uns dankend genutzt, damit Tofu den entspannten Umgang mit verschiedenen Menschen lernt und positiv verknüpfen kann. Gruselt sie sich dann doch einmal vor z.B. Personen mit Regenschirm oder Kinderwägen, werden auch solche Begegnungen gezielt gesucht und positiv aufgebaut.

Im Tierheim ist bereits zu erkennen, welche feste Bindung die Dame zu ihren Bezugspersonen aufbauen kann und wie wichtig ihr die Beziehung zu „ihren Menschen“ ist. Zudem ist sie ein echter Menschenkenner und weiß genau, wer ihre Sorgen sieht und versteht, wenn sie bestimmte Situationen oder Personen unheimlich findet. Dann kann man ihr Rückhalt und Sicherheit vermitteln, indem man für Tofu die Verantwortung übernimmt. Wenn sie sich darauf verlassen kann, dass ihre Menschen stressige Situationen auch ohne ihre Mithilfe souverän meistern, überlässt sie gerne die Führung. Hier ist es wichtig, dass man sie auch wirklich vor den Dingen, die Tofu als Gefahr sieht, schützt, damit sie sich entspannen und die Gassizeiten genießen kann. Dazu gehört auch, sich in bestimmten Situationen Mitmenschen gegenüber durchzusetzen und sich für die sensible Hündin stark zu machen. Es benötigt ein wenig Übung und Sensibilität, bis man ihre Gefühle lesen und genau deuten kann. Doch mit diesem geschulten Blick kann man rechtzeitig eingreifen und Tofu auch die nötigen Pausen gönnen, wenn es ihr einmal zu viel wird. Mit der klassischen „da muss sie jetzt durch“-Einstellung kommt man bei Tofu nicht weit. Bei Druck entsteht Gegendruck und sie kann aus der Überforderung heraus auch nach vorne gehen – Stress, den man ihr und sich selbst durch das richtige Feingefühl ersparen kann. Außerdem hat Tofu in ihrer Zeit bei uns noch eine weitere, wichtige Fähigkeit gelernt. Die kluge Rumänin ist ein wahres Sprachgenie – sowohl Fremdsprachen, wie die menschliche Mimik und Gestik, als auch „hündisch“ versteht Tofu fließend. Das ermöglicht ihr einen konfliktfreien Umgang mit den unterschiedlichsten Hundetypen. Sie wohnte bereits problemlos in verschiedensten Gruppenkonstellationen von bis zu 12 Hunden oder auch mit einzelnen Artgenossen, wie zum Beispiel Ace, Piccolini oder Bodo in einer 2er-WG zusammen. Dennoch merkt man Tofu langsam ihr Alter an – am liebsten genießt sie ihre Ruhe und meidet zu wilde Artgenossen oder Trubel in der Gruppe. Ein Zuhause mit bereits vorhandenem Vierbeiner ist daher kein Problem, jedoch wäre ein Jungspund oder zu aufgedrehter Clown für die entspannungsorientierte Tofu weniger geeignet.

Aufgrund ihrer Auflagen hat Tofu außerhalb von Privatgeländen dauerhafte Maulkorb- und Leinenpflicht – daran ist Tofu jedoch sehr gut gewöhnt. Die neuen Besitzer:innen sind in der Verpflichtung, nach einer erfolgreichen Vermittlung mit Tofu einen Wesenstest zu absolvieren. Natürlich stehen wir sehr gerne beratend und helfend zur Seite bei den Vorbereitungen auf den Test. Glücklicherweise macht Tofu im Training große Fortschritte und wir sehen einem Wesenstest sehr positiv entgegen. Dennoch empfehlen wir, die kleine Dame auch nach einem bestandenen Wesenstest situativ mit Maulkorb zu führen, um gemeinsam weiterhin einen gefahrenfreien und sicheren Alltag genießen zu können.

Tierart
Hund
Geboren
02/2012
Rasse
Mischling
Geschlecht
Weiblich
Charakter
lieb, menschenbezogen, unsicher, neigt zu Übersprungshandlungen
Kriterien
kastriert, mag Katzen, mag Artgenossen, mag Kinder bedingt

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