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Caspar (Hund)

Der kleine Lockenkopf Caspar ist leider ein Beispiel für unzählige (Jung-)Hunde und deren dramatisches Schicksal. Erst wenige Tage vor seiner Abgabe bei uns wurde er über ein Kleinanzeigenportal erworben. Eine nette Beschreibung: die eigene Hündin hätte Junge bekommen, deshalb suchen nun kleine, reinrassige Welpen ein schönes Zuhause. Natürlich mehrfach entwurmt und geimpft. Rassebedingt angeblich unkompliziert Familienhunde.
Was jemanden mit Erfahrung stutzig machen könnte, wäre wohl die Aussage, dass man Bilder der Eltern auf Anfrage erhalten könne, und dass es sich bei den gezeigten Hunden nicht um Welpen, sondern um Junghunde handelt und auch nicht von der angegebenen Rasse. Auf jemanden ohne die nötige Expertise wirkt die Anzeige aber auf den ersten Blick seriös.

Nach der ersten Freude über den neuen Vierbeiner, kam schnell die Erkenntnis, dass der kleine Mann leider doch nicht zur Lebenssituation passt. Auch wenn er erst wenige Tage ausgezogen war, wurde Caspar nicht zurückgenommen und fand so seinen Weg ins Tierheim.

Verwurmt bis unters Dach, mit verfilztem, ungepflegtem und von Kot und Urin verfärbtem Fell, mit einem bulgarischen Impfpass im Gepäck, kam der verschüchterte Junghund bei uns an. Die Umstände sprechen leider sehr dafür, dass es sich bei Caspar um ein „Produkt“ der Welpenmafia handelt und er in einer sogenannten Welpenfabrik geboren wurde. Leider wissen Betreiber und Drahtzieher sehr genau, wie man sich gut verkauft und auch Gesetze umgeht. Als Laie stutzt man vielleicht über den ausländischen Impfpass oder das fehlende Muttertier, aber da solche Übergaben aber schon lange nicht nur auf Parkplätzen, sondern wie in Caspars Fall in einer sauberen Wohnung stattfinden, glaubt man die Geschichte von der eigenen Hündin, die zufällig im Urlaub geworfen hat und gerade Gassi ist.

Aktuell befindet sich der kleine Mann bei einer Tierpflegerin auf Pflegestelle, hier darf er das Junghund-Einmaleins lernen und ganz viel nachholen, was andere Hunde als Welpen lernen dürfen.
Neben Klassikern, wie Stubenreinheit, Rückruf und Leinenführigkeit, stehen Umweltsozialisierung und Haushaltsregeln ganz oben auf der Liste. Bei all den Dingen, die Caspar lernen muss, helfen zwei Aspekte enorm: er ist clever und verfressen. Daher macht er bereits schnelle Fortschritte. Alleine bleiben kann er aktuell gut, wenn ein anderer Hund bei ihm ist. Ohne anderen Hund wird es noch ein weiter Weg zum entspannten Hundedasein. Schon das Verlassen des Raums löst in dem Kerl starke Empörung aus.

Fellpflege wird für Caspar und seine zukünftigen Menschen immer ein großer Punkt sein. Sein feines, gelocktes Fell neigt schnell zu Verfilzungen und benötigt daher intensivere Pflege als andere Fellarten. Der regelmäßige Besuch eines Groomers oder entsprechende eigene Fachkenntnis wird nötig sein, um den Kerl gepflegt zu halten. Auch das darf Caspar schon in seiner Pflegestelle lernen und zeigt sich hier meistens genügsam, schläft während an ihm herumfrisiert wird, auch schon mal ein.

Insgesamt zeigt sich Caspar bei neuen Reizen eher unsicher und ist mehr der vorsichtige Typ als Draufgänger. Was er in Zukunft benötigt ist jemand, der ihn souverän durchs Leben führt, ihm Sicherheit bietet und Freude daran hat, mir ihm die bisher fehlende Umweltsozialisierung nachzuholen.

Tierart
Hund
Geboren
08/2023
Rasse
Mischling
Geschlecht
Männlich
Größe
Schulterhöhe: 47 cm (Stand Mitte März - noch im Wachstum!)
Gewicht
9,5 (Stand Mitte März - noch im Wachstum!) kg
Charakter
aufgeschlossen, ungestüm, verspielt, aufgeweckt, freundlich, neugierig
Kriterien
für Familien geeignet, mag Artgenossen

Sie interessieren sich für Caspar?

Setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung! Gerne auch telefonisch unter 06021/89260.

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