Thema: Eier – besser als ihr Ruf?
  
Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Eier besser sein sollen als ihr Ruf. Demnach muss nicht jeder, der sich ein Frühstücksei gönnt, gleich einen erhöhten Cholesterinspiegel haben. Stattdessen soll die Aufnahme des enthaltenen Lecithins die Aufnahme des Cholesterins im Darm senken.

Beobachtet wurden 100 000 Menschen über einen Zeitraum von 14 Jahren. Einige von ihnen aßen „weniger als ein Ei pro Woche“, andere „mehr als ein Ei pro Tag“. Das Ergebnis sei gewesen, dass die Menge des über die Nahrung aufgenommenen Cholesterins bei gesunden Menschen einen geringen Einfluss auf den Cholesterinspiegel im Blut habe. Dieser werde zu 98 Prozent von körpereigenen Mechanismen bestimmt.

Je nach genetischen Voraussetzungen gebe es unterschiedliche Reaktionen auf das über die Nahrung aufgenommene Cholesterin, jedoch könne man sagen, dass „80 bis 85 Prozent der Bevölkerung intakte Mechanismen besitzen“. Demnach bilde der Körper selbst weniger Cholesterin, wenn es ihm über die Nahrung zugeführt werde. Sei die Menge zu groß, würden Abbaumechanismen aktiviert, wodurch der Körper seinen Cholesterinhaushalt auf natürliche Weise selbst reguliere.

Das soll nun allerdings kein grünes Licht sein, Eier in Massen zu verzehren und dabei auf die billigen Käfig-Eier zurückzugreifen, die leider immer noch auf dem Markt sind, weil großzügige Übergangsfristen für die Betreiber gelten. Hier haben Sie die Macht: Greifen Sie lieber zu Bio- und Ökoeiern oder Eier aus Freiland- und Bodenhaltung.

Nur etwa 15 Prozent des Eieraufkommens landen als Ei beim Verbraucher. Mehr als 70 Prozent finden sich in fertigen Lebensmitteln wie Nudeln oder Kuchen. Damit Sie auch hier die Möglichkeit haben, sich für Eier aus artgerechter Haltung zu entscheiden, muss auch hier die Kennzeichnungspflicht eingeführt werden, die ab 1. Januar 2004 EU-weit Pflicht ist, bei uns aber bereits seit Anfang des Jahres von den Packstellen gemacht werden darf und angewendet wird.

Ihnen sind doch sicher schon die vielen Zahlen und Zeichen auf den Eiern aufgefallen, ohne genau zu wissen, was sie bedeuten. Es ist eigentlich ganz einfach. Die erste Ziffer steht für das Haltungssystem. Die 0 steht für ökologische Erzeugung, die 1 für Freilandhaltung, die 2 für Bodenhaltung und die 3 für Käfighaltung. Danach folgt das Länderkennzeichen, es bezeichnet das Herkunftsland. DE steht für Deutschland, NL sind die Niederlande, FR ist Frankreich. Die sich anschließenden Nummern verweisen auf den Betrieb und damit den Legehennenstall.

Ein Tipp zum Schluss: Frische Eier erkennen Sie ganz leicht beim Schwimmtest. Füllen Sie kaltes Wasser in ein Glas und legen Sie das Ei hinein. Frische Eier bleiben am Boden liegen. Sieben Tage alte Eier stellen sich leicht schräg, mit dem abgeflachten Ende nach oben. Sind die Eier älter als 21 Tage, schwimmen sie an der Oberfläche, weil ihnen die vergrößerte Luftkammer am stumpfen Ende Auftrieb verleiht.

Marion Stahl

 

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