Mika - TV (garantiert GEZ-frei)
     
Es war ja in letzter Zeit etwas still um mich aber jetzt ist es an der Zeit meinem Frauchen mal wieder etwas zu diktieren. Außerdem soll ich ja den einen oder anderen Fan haben und Fans soll man nicht zu lange warten lassen.... 

Wer mein Tagebuch kennt, der weiss, dass ich meinen eigenen persönlichen Fernseher hatte. Mein sogenanntes MikaTV. Ausgestrahlt wurde täglich die „Sendung mit der Rennmaus“. Die Einschaltquote war sehr hoch, doch leider musste der Sender - bedingt durch das Ableben der beiden Hauptdarsteller - eine Zwangspause einlegen. 
Nun aber hat der Sender neue Hauptdarsteller unter Vertrag und zu meiner großen Freude sendet MikaTV wieder täglich rund um die Uhr. 

Aber bevor ich weiter erzähle, möchte ich für all diejenigen, die mein Tagebuch nicht kennen, zuerst einmal etwas weiter ausholen. Nachdem Bailey gestorben war, wurde es sehr ruhig im Rennmausgehege. Wir hatten ja immer gehofft, dass wir Tiepolo noch einige neue Kumpels bescheren könnten aber die Vergesellschaftung von Rennmäusen ist nun mal nicht so einfach wie bei uns Hunden und weil Tiepolo auch nicht mehr der Jüngste war, wollte Frauchen ihm den Stress nicht mehr antun. Mal abgesehen davon, dass es zu dieser Zeit keine Rennmäuse im Tierheim gab und Frauchen keine in der Zoohandlung kaufen wollte. Einige Monate später folgte Tiepolo seinem Freund über die Regenbogenbrücke. Tja, und danach war Schluss mit MikaTV. Aber Frauchen hat mir versprochen, dass es irgendwann wieder weitergeht. Und mein Frauchen hält was sie verspricht. Ein halbes Jahr später, so wollte es der Zufall, hatte sie die Wahl zwischen 8 Rennmausmädchen oder 5 Rennmausjungs. Letzendlich half die Vernunft bei der Entscheidung. Frauchen meinte der Sprung von 2 Rennmäusen auf 8 wäre wohl doch etwas zu groß und außerdem bewohnten die 8 Mädels im Tierheim einen richtigen Palast. Anders die 5 Jungs. Die mussten sich aus Platzgründen ein viel zu kleines Gehege teilen. Und so durften die Rennmausjungs umziehen und wohnen seither in einem Aquarium mit Etage, welche ihnen einen wunderbaren Ausblick ermöglicht und genügend Platz zum rennen bietet. Und durch das stetige auf und ab und hin und her habe ich seeeehr viel zu gucken.

Oft sitze ich davor und warte, dass die Kumpels aufwachen und ihre Behausung umgestalten. Anfangs haben sie ja sehr viel geschlafen und Frauchen meinte: „das sind keine Renner -- das sind Penner“ aber das hat sich mittlerweile gelegt. Und wehe wenn sie wach sind -- dann gibt’s kein Halten mehr. Bei Fünfen an der Zahl ist das ein ganz schönes Gewusel und Gebuddel. Da gibt’s eine Menge zu sehen. Manchmal sitzen wir sogar zu dritt davor. Herrchen, Frauchen und ich. Kira und die beiden Katzen interessiert das überhaupt nicht. Die haben keine Ahnung, was ihnen da entgeht. Aber so sitze ich wenigstens immer in der ersten Reihe.
 

Wenn das Programm gar recht spannend ist, dann hält es mich nicht mehr auf meinem Hintern. Dann MUSS ich mich einfach auf meine Hinterbeine stellen um näher am Geschehen zu sein. Und weil ich Mäuse zum fressen gerne hab’, versuche ich natürlich auch immer mal, ob ich nicht eine erwischen kann. – so als Snack. Dumm nur, dass auch dieser Fernseher eine (Matt)Scheibe hat. Und die verhindert regelmässig, dass ich an die Renner rankomme. Ich kann machen was ich will, ich krieg’ sie nicht zu fassen. Ich hab’ schon alles mögliche probiert. Mit der Pfote an die Scheibe klopfen, die Scheibe abschlecken, mit der Nase daranstupsen und hineinbeissen – nichts geht. Und diese frechen Kerle erlauben sich mittlerweile einen Spaß mit mir. Sie tanzen mir quasi absichtlich vor der Nase herum. Meistens sind sie dabei zu dritt, stehen irgendwo vorne am Aquarium (von wegen 1. Reihe und so) und sehen dabei aus wie die drei Tenöre bei einem Auftritt. Man sollte ja meinen, dass sie vor einem Kerl wie mir Angst haben, aber diese Frechdachse wissen wohl schon ganz genau, dass ihnen in ihrer Behausung nichts passieren kann und das nutzen sie schamlos aus. 

Im Moment ist Frauchen dabei mit mir zu üben, wie man „richtig“ Fernsehen schaut. Immer, wenn bei mir mal wieder das Zweibein durchkommt lässt sie mich absitzen. Wenn ich dann brav vor dem Aqua sitze, bekomme ich ein Leckerchen. Ich finde dieses Spiel klasse und hab’s auch ganz schnell kapiert. Aber ich muss aufpassen, dass ich nicht zu gut werde. Dann nämlich werden die Leckerchen weniger und damit das nicht passiert tue ich so, als müsste ich noch ganz viel üben..... 

Aber obwohl Frauchen es nicht gut findet, wenn ich am Aquarium hochspringe, so bringe ich sie dabei doch jedesmal zum lachen. Weil nämlich..... immer wenn ich mich auf meine Hinterbeine stelle und die Mäuse ganz konzentriert beobachte, dann entfleucht ein Geräusch aus meinem Popo. Ich weiss auch nicht – normalerweise bin ich keine Pupsmaschine (anders als Kira) aber sobald ich auf den Hinterbeinen stehe, hab’ ich das nicht mehr unter Kontrolle. Frauchen lacht sich dabei immer schlapp und Herrchen beschwert sich, dass sie nie lacht, wenn ihm das mal passiert. Egal. Ich jedenfalls bin glücklich, wenn ich zur Erheiterung meines Frauchens beitragen kann. Mach ich doch gerne....
 

 

Soviel zum Thema „Neues Fernsehprogramm“. 

Jetzt möchte ich noch kurz etwas zu den Katzen sagen. Wer mein Tagebuch gelesen hat, der weiss, dass die Katzen Nicki und Cleo die ersten Monate nach meinem Einzug auf dem Schrank lebten und nur dann herunter kamen, wenn ich nicht da war. Irgendwann kamen sie aber dann doch herunter, wenn auch mit großem Misstrauen und äußerster Vorsicht. Auch meine Zweibeiner waren immer in „Hab-Acht-Stellung“ – schließlich bin ich ja ein Husky mit Jagdtrieb (auch wenn ich im TH so tat als interessieren mich Katzen nicht die Bohne). Um den Katzen vor mir eine Pause zu gönnen wurde die Tür zwischen Wohnung und 1. Stock zugemacht, wenn die Zweibeiner nicht aufpassen konnten. Seit geraumer Zeit jedoch bleibt die Tür nachts offen und auch wenn Frauchen Einkaufen geht, hab’ ich unbegrenzten Zugang zur Wohnung. Wie es zu dieser Sinneswandlung kam? Nun, Frauchen hat keine große Angst mehr um die Katzen. Nein nein. Ich bin nicht plötzlich zum Katzenfreund geworden. Es ist nur..... ich wage es kaum zu sagen.... es ist... ach, ich schäme mich so...... es ist, weil..... Frauchen MICH (!!) mittlerweile vor den Katzen beschützen muss. Nicki hat mich ja noch nie sehr nahe an sich herangelassen aber sie hat wenigstens nur gefaucht. Cleo hingegen haut mich gleich, wenn ich sie nur mal schief anschaue. Neulich erst, da bin ich meinem Frauchen in die Küche gefolgt. Cleo saß auf dem Stuhl aber ich hab’ sie ignoriert. Mein Interesse und meine Blicke galten einzig meinem Frauchen in der Hoffnung, dass sie vielleicht ein Leckerchen für mich hat. Aber anstatt Leckerchen von Frauchen gab’s Haue von Cleo. Die dumme Nuss ist plötzlich hervorgestürzt und haut mit beiden Pfoten und lautem Geschrei auf meine Nase. Ja glaubt man das?!?! Frauchen war vielleicht sauer auf Cleo und hat sie gleich mal auf ihren Kratzbaum verbannt. Ich sag’ nur – undankbares Geschöpf. Erst setze ich mich hingebungsvoll hin und lasse ihre endlosen Maunzarien über mich ergehen, weil ihr sonst keiner mehr zuhört und zum Dank gibt’s auch noch Prügel. Und das MIR – dem EINZIGEN, der ihr zugehört hat, wenn alle anderen schon von ihrem ewigen Gemaunze genervt waren. Aber das ist jetzt vorbei. Sie hat’s vergeigt. Jetzt hört ihr niemand mehr zu – N I E M A N D!!! Und was lernen wir daraus? Traue einer Katze nicht. Erst tut sie, als hätte sie Angst vor dir und dann bist DU derjenige, der Angst vor ihr haben muss. Ja ja. Lacht nur. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Dieser Spruch ist sogar schon in der Hundewelt angekommen. Aber psst. Das muss unter uns bleiben. Nicht, dass der Ruf der Huskys noch Schaden nimmt......
 

So, das war’s mal wieder. Frauchen’s Finger brauchen Erholung. Außerdem brauche ich sie noch (Frauchen’s Finger). Wie soll ich sonst an die Leckerchen kommen. Ich hab’ ja keine Daumen......

Bis bald.
Euer Mika Blue Eyes (Master of Disaster) 
 

 
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