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 Ein Welpe kommt ins Haus
   
Wir haben zwei Hunde, eine Hündin und einen Rüden. Unsere Hundedame kam im Alter von zwei Monaten zu uns, unser Hundeherr war 2 1/2 Jahre alt, als er bei uns sein neues Zuhause fand. Wir haben also die Palette "junge Hündin und erwachsener Rüde aus dem Tierheim" im Haus.
Jetzt sind beide "erwachsen" (das werden sie wohl nie so richtig werden ;o)) ), also 8 Jahre sind sie nun alt, Windhundmischlinge, Hunde , die rennen wollen, Bewegung brauchen, sehr sensibel sind.

Als unsere Hündin als Welpe zu uns kam, da hatten wir nicht viel Ahnung von Hunden. Aber wir wollten ja alles so gut wie möglich machen. Also hatte ich uns in der Bibliothek alle Bücher geholt, die in irgend einer Form etwas mit Hunden zu tun hatten, haben uns über das artspezifische Wesen informiert, Erziehungstipps gelernt, die Ansprüche der einzelnen Alterphasen...

Man sagt allgemein, einen Hund sollte man nicht alleine lassen, bevor er nicht ungefähr 6 Monate alt ist. Können Sie sich so lange Urlaub nehmen? Wohl nicht, oder? Wir hatten das Glück, dass einer von uns immer den ganzen Tag zu Hause war.

Ein Welpe macht sehr viel Arbeit. Das unterschätzen die meisten. Es kann sein, dass er ins Haus macht (weil er es noch nicht anders weiß), man sollte in eine Welpenspielstunde gehen (bitte nicht lachen, das ist sehr wichtig für das Sozialverhalten des erwachsenen Hundes. Außerdem lernt er dabei, dass knappen weh tut.), er sollte "erzogen" werden (das geht auch nur durch beständiges Üben, jeden Tag ein bisschen).
Einen Welpen sollte man auch nur sehr wenig bis gar nicht alleine lassen. Erstens leidet er sehr darunter, zweitens lernt er besser, was er darf und was nicht. Ein Beispiel: Junge Hunde suchen sich Sachen zum Draufherumkauen, schon allein aus dem Grund, weil sie zahnen. Wie soll ein Hund, der alleine ist, lernen, was zum Ankauen freigegeben ist und was nicht, wenn nicht dauernd jemand hinterher schleicht und ihn beobachtet, ihn korrigiert wie es seine Hundemama tun würde, den Schuh abnimmt, und ihm dann sein Kaustengelchen gibt?

Ob erwachsener Hund oder Welpe...

Als aller erstes sollten Sie sich über die ungefähre Größe des Hundes einig werden. Man muss mit einem Hund Gassi gehen, oft muss er dabei an der Leine bleiben und da sollte man ihn schon in jeder Situation halten können. Unsere beiden bringen zusammen ca. 35 Kilo auf die Waage und das ist für mich das äußerste. Hunde haben ganz schön Kraft, wenn sie unbedingt wohin wollen. Oder auch beim Spielen. Es kommt allerdings auch auf das Temperament des jeweiligen Tieres an. Manche Hunde sind sehr ruhig und gemütlich und bewegen sich nicht gerne schnell. Unsere Beiden sind ausgesprochene Temperamentsbündel, deswegen sind 35 Kilo genug. Möchten Sie was quirliges oder eher ruhiges? Davon hängt die Größenentscheidung auch ab. Sie haben keinen Spaß an/mit einem Hund, mit dem Sie nicht einig werden, noch dazu, wenn Sie Kinder haben.

Vielleicht sollten Sie auch mal vorher einen Hund in der entsprechenden Gewichtsklasse Gassi führen, damit Sie sich in etwa vorstellen können, welche Kraft Sie an der Leine haben werden. Dadurch werden Sie feststellen können, ob es die passende Hundegröße ist oder ob es vielleicht doch eine Nummer kleiner sein sollte.

Apropos Kinder: Auch Kinder sollten den richtigen Umgang mit einem Hund lernen!
Suchen Sie sich einen netten Hundeplatz oder eine nette Hundeschule. Nehmen Sie sich die Zeit und gehen Sie mit Ihrer Familie dorthin. Sie werden viele Menschen kennen lernen, Erfahrungen austauschen können, Spaß haben.

Ein Hund muss zum Tierarzt (jährliche Impfung, Entwurmung und was sonst noch so anfällt), er braucht Erziehung, Futter, Wasser, Liebe, Pflege, Geduld, Spazieren gehen (jeden Tag 1 bis 2 Stunden), man darf ihm Schmutz nicht übel nehmen, dass er vielleicht anfängt, den Garten umzugraben, die Kinder müssen ihn respektieren und er die Kinder, die Nachbarn regen sich vielleicht über das Bellen auf, eine Hündin wird irgendwann läufig, wenn`s ein Rüde ist, will er zur Hündin, was ist im Urlaub,..... Und das alles ein Hundeleben lang, das ca. 10 Jahre, manchmal länger, manchmal kürzer dauern kann. Und: ein Hund wird auch irgendwann mal alt.

Ein Tier ist ein lebendiges Wesen. Es hat einen Charakter, es hat seine Mucken und Macken. Sie sollten bereit sein, sich auf das jeweilige Tier einzustellen, seine Unarten geduldig und liebevoll zu korrigieren. Das Tier muss die Menschensprache lernen, wir Menschen sollten die "Sprache" unseres Tieres verstehen lernen.
Es gibt viele liebe Hunde in den Tierheimen, die Kinder lieben, Katzen akzeptieren, nicht zu groß sind, alleine bleiben können.... Fangen Sie an und schauen Sie sich um. Sehen Sie mit Ihren Kindern "Herrchen gesucht" o.ä. an, schauen Sie Bücher durch. Je mehr Wissen Sie haben, um so besser finden Sie "Ihren" Hund. Gehen Sie in die Tierheime, einfach mal so, und schauen Sie sich die Tiere an. Es ist jetzt vielleicht ein blöder Vergleich, aber ein Auto oder ein Sofa oder eine Küche kauft man ja auch nicht einfach so (obwohl man damit außer seinem Geldbeutel keinen Schaden zufügt, im Gegensatz zu einem Tier).

Ein Hund braucht eine Grundausstattung: Näpfe, Bürste, Körbchen, Futter (das ist eine Wissenschaft für sich...), Halsband/Geschirr (je nach Alter und Hundegröße), Leine, Spielzeug, Versicherung .... Das alles kostet Zeit zum Informieren und Geld. Bitte denken Sie auch daran.

Wenn Sie Fragen haben, Sie können sich gerne an mich wenden.

Britta Röser
roeser@tierheim-aschaffenburg.de

 

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